Machtwechsel
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges stand Südafrika unter großer Kritik aufgrund der rassistischen Regierung und trat vollständig aus dem britischen Commonwealth aus. Es wurde die Republik Südafrika gegründet. 1948 kam die National Party an die Macht, welche die strickte Rassentrennung mit dem Namen Apartheid ins leben rief und den Rassismus verschärfte.
Das Model der Apartheid
Apartheid wird abgeleitet von Apart (getrennt) und meint die konsequente Trennung unterschiedlicher Rassen im öffentlichen wie auch im privaten Leben. Parkbänke, Behörden, Gehsteige, Wohngebiete, Eheschließungen wurden nach Rasse getrennt. Das Gebiet einer anderen Rasse durfte nur mit einer Sondergenehmigung betreten werden, gelebt werden durfte ausschließlich im eigenen Gebiet. Die Schwarzen bekamen Zutritts-Genehmigungen für weiße Wohngebiete, wenn sie für die Weißen arbeiteten, was allerdings auch eine besondere Arbeitserlaubnis voraussetzte (siehe auch Passgesetze).
Bei der Apartheid handelte es sich nicht nur um eine Rassentrennung sondern auch um eine Klassen-Trennung der Rassen. In dieser Zeit wurden 41 Millionen Nicht-Weiße von 4 Millionen Weißen unterdrückt und ausgebeutet. Die Weißen haben dabei die größten und schönsten Gebiete Südafrikas für sich in Anspruch genommen und einen verhältnismäßig kleinen Anteil in Homelands verwandelt. In den Städten waren außer die Townships alle Bereiche den Weißen vorbehalten.
Durch die vielen Sklaven, die in der niederländischen Kolonialzeit nach Südafrika gebracht wurden und die darauf folgende Vermischung mit Schwarzen und Weißen hat zu der Definition von 4 Rassen während der Apartheid geführt:
- Weiße
- Inder
- Farbige
- Schwarz
Homelands
Die Homelands waren die Wohngebiete, die in ländlichen Gebieten für die schwarzen definiert wurden. Hier sollten in kleinen begrenzten Gebieten die Schwarzen wieder in ihre Stammesstrukturen gedrängt und nach Stammeszugehörigkeit getrennt werden um sie aus dem restlichen Südafrika „wegzudefinieren“. Die Transkei war das erste Homeland, das errichtet wurde. In den oft unfruchtbaren und trockenen Gegenden der Homelands, die ökonomisch, finanziell und rechtlich vollständig von Südafrika abhängig waren, war das überleben sehr hart, denn arbeit gab es dort keine. Die Männer mussten in den Gold- und Diamanten-Mienen arbeiten gehen, was bedeutete, dass sie ihre Familien nur einmal im Jahr an Weihnachten besuchen durften. War die Ehe zwischen zwei verschiedenen Stammes-Zugehörigkeiten geschlossen worden, wurden die Familien getrennt. Da viele Familien aus den Städten noch nie in ihrem Stamm gelebt haben, wurden sie dort auch nicht aufgenommen, was das Leben fast unmöglich machte.

Homelands Südafrika
Townships
Townships, das waren die Gebiete einer Stadt, meistens am Stadtrand, in denen Schwarze, Farbige und Inder während der Apartheid leben durften. Alle anderen Bereiche der Stadt waren ausschließlich den Weißen vorbehalten (außer man arbeitete für einen Weißen, dann durfte man die Stadt mit Sondergenehmigung betreten). Die Gebäude in den Townships werden und wurden Shacks genannt (Bretterbude, Baracke) und bestanden hauptsächlich aus Wellblech, Karton und anderen Materialien, die man zum Bau einer Unterkunft finden konnte. Die Menschen in den Townships waren größtenteils ungebildet und Analphabeten. Da Schulbildung in Südafrika schon immer Geld kostete, konnten sie auch nicht lesen und schreiben lernen. Hier wurde Tag für Tag ums Überleben gekämpft. Aufgrund der Passgesetze durften sich nur Menschen in den Townships aufhalten, die entsprechende Genehmigungen hatten. Eine Aufenthaltsgenehmigung bekam man, wenn man Arbeit bei den Weißen hatte, eine Arbeit bei den Weißen bekam man, wenn man eine Arbeitserlaubnis hatte, beide Genehmigungen bekam man nur, wenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllte, wie z.B. verheiratet zu sein. Die Arbeit bei den Weißen war knapp und schlecht bezahlt, somit lebten viele Menschen ohne die erforderlichen Genehmigungen in den Townships. Regelmäßig gab es Polizei-Razzien und Passkontrollen bei denen jedes Mal viele Einwohner verhaftet, in die Mienen zur Zwangsarbeit gebracht oder in die Townships umgesiedelt wurden.

Township Soweto
Passgesetze
1952 wurde während der Apartheid ein Gesetz erlassen, dass alle Nicht-Weißen dazu verpflichtete immer und überall einen Pass bei sich zu tragen. In diesem Pass wurden nicht nur persönliche Daten, Fingerabdruck und Photo ausgewiesen, sondern auch Informationen des Arbeitgebers, gezahlte Steuergelder, Anzahl und Art vergangener Polizeikontrollen und vor allem Erlaubnisse, an welchem Ort sich die Person aus welchem Grund aufhalten durfte. Wurde ein Schwarzer ohne Pass aufgehalten, wurde er sofort inhaftiert, bzw. in eine der Mienen zur Zwangsarbeit gesteckt. Wenn der Pass nicht vollständig korrekt war und bestimmte Genehmigungen nicht vorhanden waren, mussten die Schwarzen vor einem speziellen Gericht vorsprechen, bei dem sie grundsätzlich als Schuldig eingestuft wurden, bis sie ihre Unschuld bewiesen. Konnten sie das nicht, wurden sie entweder verhaftet oder in die Homelands geschickt. Die meisten Menschen, die in den Townships lebten (die einzigen Orte in den Städten, an denen Schwarze überhaupt leben durften), hatten keinen vollständig korrekten Pass, denn die notwendigen Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse konnte man nur sehr schwer bekommen. Bis Mitte der 80er Jahre wurden knapp 20 Millionen Schwarze verhaftet, zur Zwangsarbeit in die Mienen verlagert oder in die Homelands umgesiedelt.
schon krass
Von: cocsy am Juni 15, 2010
um 8:58 vormittags