Am Ende unseres Ausfluges werde ich mit einer Nacht im Paradies belohnt. Alles, was mich in den letzten Tagen etwas runter gezogen hat, verunsichert hat und mir einfach zu viel war, fällt in der ersten Sekunde von mir ab, als ich unseren Zielort sehe. Bulungula. Das ist ein Fair-Trade-Back-Packer in the middle of nowhere. Hier gibt es nichts außer unberührte Natur und ein paar Hütten auf den Hügeln. Hier gibt es nicht mal eine Straße. Weshalb wir auch für 3 km 40 Minuten durch die Pampa wackeln. Hier gibt es so riesige Gesteinsbrocken neben metertiefen Rillen im Weg, das ich manchmal dran zweifle heil mit dem Auto darüber hinweg zu kommen. Dass Rons Auto diese Strecke schon mehrfach bewähltigt hat ohne auseinander zu fallen ist für mich auch ein Wunder. Ron fährt einen Pickup mit Allrad-Antrieb, der zumindest für etwas schlechter präparierte Straßen ausgelegt ist. Mit einem normalen PKW würde man hier nie im Leben weiter kommen. Deshalb werden die Gäste, die sich nicht eines allradbetriebenen Wagens erfreuen, durch einen Shuttle abgeholt, der einmal morgens und einmal abends kommt.
So gegen 14 Uhr erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein den Backpacker. Als erstes wird mir die Nutzung der Kompost-Toiletten und die Funktionsweise der Feuerdusche erleutert. Die Feuerdusche besteht aus einem langen dünnen Rohr, in das man am unteren Ende ein Stück Toilettenpapier legt und darüber Paraffin oder Petrolium schüttet. Am oberen Ende kreuzt die Wasserleitung das Ofenrohr. Wenn man das Toilettenpapier angezündet hat, gibts heißes Wasser für 8 Minuten. Unser Schlafplatz ist in einem großen Zelt mit festen Betten darin und Blick aufs Meer, wie herrlich. Morgens aufwachen und gleich das Paradies sehen. Nachdem wir angekommen sind verbringe ich die folgenden 3 Stunden mit nichts anderem, als irgendwo sitzen und die unberührte Natur bewundern, mit meinen Lieblingssets im Ohr.
Früher habe ich mich immer gefragt, wo wohl die tollen Orte auf den kitschigen Plakaten sind, mit den großen Palmen, den langen Sandstränden und vor allem das ganze ohne Menschen. Meine Vermutung war, dass der Fotograf einfach das Gelände abegeriegelt hat, damit keiner rein kommt. In Bulungula wird mir gezeigt, dass es die unberührte, Menschenleere Natur tatsächlich gibt. Ich kann es garnicht glauben, dass ich einen ganzen Strand für mich allein habe. Und überall wo mein Auge hinfällt sehe ich nur unberührte Natur. Außer die kleinen Hütten sieht man nirgendwo eine Straße, große Häuser, Fabriken, Schornstein-Rauch oder ähnliches. Einfach nur Natur…
Zum Sonnenuntergang setzen Ron und ich uns an den Strand mit einem Bier und wippen gemeinsam mit Marc Poppcke im Ohr in den Sonnenuntergang. Hier könnt ich noch viel länger bleiben. Wie schade, dass wir am nächsten Morgen schon in aller Frühe wieder aufbrechen.
In Bulungula versucht man alles auf natürliche Weise zu machen und ein bisschen fühlt man sich hier wie ein Hippie. Karma, Aura und Chakra fühlen sich Pudel-Wohl! Vor allem in der mit Räucherstäbchen bedufteten Chill-Area mit vielen Kissen und Matratzen in rot/orange und mit geschwungenen Mustern natürlich. Gleich neben unserem Zelt steht ein alter VW-Bus in knalligen Farben und natürlich mit Peace-Zeichen, in dem wohl bis vor kurzem jemand gewohnt hat. Ein Highlight ist auch das Romantik-Bad, dass sich auf einem Hügel befindet. Das Romantik-Bad besteht aus einer Badewanne mit Blick aufs Meer, ein kleiner Holzzaun und ein Baum schränken die Sicht von aussen ein. Wasser gibts aus der Leitung und um dieses warm zu kriegen, zündet man einfach ein Feuer unter der Badewanne an. Mit ein bisschen Kerzenschein kann man hier die Sterne und das Meer bewundern.
Bei meinem nächsten Trip in die Transkei werde ich nicht bei Peter und Allen schlafen sondern in Bulungula, oh wie ich mich freue! Paradies, wir sehen uns wieder…















Hallo liebe Schwester, wollte dir auf diesem Wege liebe liebe Ostern wünschen….wir vermissen dich hier alle sehr!….Machs gut im fernen S-Afrika!
Love your little sister
Von: Naddl am April 11, 2009
um 8:49 pm
Hi Darling, the best greetings from mum. Deine Berichte sind sehr interessant und ich stelle mir schon vor wie aufregend und schön Deine Reisen und Trips sind.
Ich vermisse Dich aber sehr. In Liebe
Mum
Von: gabriela_hva@web.de am April 12, 2009
um 12:40 pm